Kapitel 2

Laffeld aus kommunaler Sicht


Der Ort Laffeld ist, wie der Ort Aphoven, bereits im Jahre 1277 urkundlich erwähnt. Aus der Geschichte des Dorfes hat der kürzlich verstorbene Hauptlehrer i.R. Andreas Maybaum in der Festschrift 1966 der Schützenbruderschaft St. Josef Laffeld ausführlich berichtet. Nachfolgend soll das Dorf Laffeld aus kommunaler Sicht wiedergegeben werden.
Durch Zirkular Verfügung der Königlich Preußischen Regierung zu Aachen vom 8. April 1825 hatten die Bürgermeistereien eine Chronik zu führen. In der Chronik der Bürgermeisterei Aphoven ist einleitend verzeichnet, dass die Bürgermeisterei Aphoven, zu der Laffeld gehörte, bestehend aus den Gemeinden Aphoven und Schafhausen, bis zur Zeit, wo sie unter französischer Herrschaft kam, unter pfalzbayerischer Hoheit stand und ein Teil des Amtes Heinsberg ausmachte, welches zum Herzogtum Jülich gehörte.
Durch das französische Dekret, welches die vier Rheindepartements Frankreich einverleibte, war die Gemeinde Aphoven ein integrierender Teil des französischen Reiches geworden. Die Freiheitskriege beendeten diesen Zustand. Nach dem Wiener Kongress von 1815 fiel die Bürgermeisterei Aphoven verwaltungsmäßig unter Preußen.
Laffeld gehörte zur Gemeinde und Bürgermeisterei Aphoven, zum Kreis Heinsberg, zum Regierungsbezirk Aachen und zum Großherzogtum Niederrhein.
Der Bürgermeisterei Aphoven stand von 1813 bis 1841 der Bürgermeister Heinrich Keulen vor, der in Laffeld wohnte und von dort aus die Bürgermeisterei verwaltete.
Sein Nachfolger Bürgermeister Hermann Joseph Paulhsen leitete 36 Jahre lang, von 1841 bis zu seinem Tode im Mai 1877, die Geschicke der Gemeinde Aphoven. Auch seine Amtsstube war in Laffeld. Am 15.10.1877 trat Bürgermeister Sebastian Manderfelt aus Büllingen Kreis Malmedy, seinen Dienst in der Bürgermeisterei Aphoven an. Er verlegte das Bürgermeisteramt von Laffeld nach Waldenrath. Bürgermeister Manderfelt starb am 21.4.1891.
Die Nachfolge trat Bürgermeister Josef Rohe aus Heinsberg an, der am 13.4.1902 verstarb. Die Aufzeichnungen in der Chronik des Jahres 1902 sind von einem Bürgermeister Schneider, (vorher in Wehr/Selfkant) unterzeichnet.
Die Chronik hat keine Aufzeichnungen für die Jahre 1903 bis 1911.1m Jahre 1912 wurde Bürgermeister Peter Bohs in sein Amt eingeführt. Mit Großem Sachverstand und menschlichem Einfühlungsvermögen leitete er die Bürgermeistereien Waldenrath und Aphoven während der schweren Zeit des l. Weltkrieges und der Nachkriegszeit. Ende 1933 musste Bürgermeister Bohs einem "alten Kämpfer der Partei" Platz machen. Bürgermeister Bohs wurde nach Zingsheim versetzt. 1933 enden dann auch die Aufzeichnungen in der Gemeindechronik.
Im Jahre 1934 bildete die Gemeinde Aphoven mit der Gemeinde Schafhausen eine Bürgermeisterei, die in Personalunion von dem Bürgermeister in Waldenrath verwaltet wurde.
Die Entscheidungen, die in der Gemeinde zu treffen waren, oblagen dem Gemeinderat. Hierüber wurde ein Protokollbuch geführt Das Protokollbuch der Gemeinde Aphoven beginnt mit der Sitzung am 26. April 1928. Die Gemeindevertretung bestand aus 12 Mitgliedern, Vorsitzender war Gemeindevorsteher Jakob Pelzer.
In der Sitzung am 20.9.1928 wurde der Beschluss über die Errichtung einer Wasserleitung für Aphoven und Laffeld beschlossen, die im Jahre 1929 fertiggestellt wurde. Die Wasserversorgung erfolgte durch das Wasserwerk der Gemeinde Waldenrath.
In der Sitzung am 13.3.1930 wählte der Gemeinderat nach dem Ableben des Gemeindevorstehers Jakob Pelzer den Landwirt Adam Fabry aus Aphoven zum neuen Gemeindevorsteher. Dieser wurde 1933 durch den kommissarischen Gemeindevorsteher Dortans aus Aphoven abgelost. Laut Protokollaufzeichnungen vom 7.7.1933 beantragte die N.S, Fraktion 7 Sitze im Gemeinderat. 6 im Gemeinderat vertretene Mitglieder wurden vor die Wahl gestellt, der Partei beizutreten oder den Rucktritt zu erklären. Alle 6 Mitglieder erklärten den Rücktritt.

Im Jahre 1935 wurden die Kreise Geilenkirchen und Heinsberg zusammengelegt. Aus dem Amtverband Waldenrath wurde die Gemeinde Waldenrath zugegliedert, hinzu kam zum Amt Waldenrath die Gemeinde Birgden.
Die Protokollaufzeichnungen während der NS-Zeit sind so spärlich wie auch die Entscheidungsbefugnisse der Gemeinderäte.
Die letzte Sitzung des Gemeinderates während des II. Weltkrieges fand am 17.8.1944 unter Vorsitz des Beigeordneten Reiners aus Aphoven statt.
Kurze Zeit später wurde unsere Heimat vom Kriegsgeschehen erfasst. Die Bevölkerung wurde evakuiert und kehrte erst Anfang 1945 zurück. Durch Kriegseinwirkungen wurden Gebäude, Straßen und Fluren zum Teil schwer beschädigt.
Nach dem schrecklichen Kriegsgeschehen galt es nun für die Bevölkerung und die Gemeinde hart anzupacken und den Wiederaufbau zu bewältigen. Die Militärregierung setzte Gottfried Lowis aus Laffeld als Bürgermeister ein. Der erste Gemeinderat trat am 3.2.1946 zusammen.
Am 5.10.1946 wählte der Gemeinderat Gerhard Maybaum aus Laffeld zum Bürgermeister.
Am 26.2.1946 konnte der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden, nachdem die schlimmsten Schäden behoben wurden.
Überall machte sich die Not noch bemerkbar. So ist auch die Entschließung des Gemeinderates vom 19.7.1946 zu verstehen, wonach allen Personen, die keine Liegenschaften im Feld hatten, verboten wurde, ab sofort Feldwege nach 21 Uhr abends zu betreten.
Die Bevölkerung konnte ab Oktober 1946 wieder mit Wasser vom Wasserwerk Waldenrath versorgt werden.
In der Sitzung am 14.8.1949 wurde der Beschluss gefasst, in der Gemeinde Aphoven eine Umlegung durchzuführen. Anschließend begann der Ausbau der Wirtschaftswege, der kontinuierlich bis zur kommunalen Neugliederung intensiv fortgesetzt wurde.
Um den schulischen Belangen gerecht zu werden, wurde in der Sitzung am 11.5.1950 beschlossen, in Laffeld eine neue Schulezubauen. Gerhard Görtz aus Laffeld wurde am 22.11.1952 zum Bürgermeister gewählt. Der Gemeinderat bestand aus 7 Mitgliedern.
In der nächsten Legislaturperiode bestand der Gemeinderat aus 6 Mitgliedern. In der Sitzung am 5.11.1956 kam keine Bürgermeisterwahl zustande, da für die Ratsherren Josef Fabry aus Aphoven und Peter Pelzer aus Laffeld je 3 Stimmen abgegeben wurden. Auch die erneute Sitzung am 10.11.1956 brachte das gleiche Ergebnis, erst die Losentscheidung fiel auf Peter Pelzer.
Erstmals in der Geschichte bekam die Gemeinde Aphoven - Laffeld ein Wappen. Der Gemeinderat entschied sich hierzu am 13.2.1959. Das Wappen zeigt im oberen Teil einen Pferdekopf und im unteren Teil einen halbfertigen Weidenkorb. Der Ackergaul ist als Hinweis auf die Landwirtschaft zu deuten. Der Weidenkorb versinnbildlicht das ehemals Hauptbeschäftigungsgebiet der Bevölkerung.
Der aus 13 Mitgliedern bestehende Gemeinderat wählte am 28.3.1961 Franz Overdieck aus Aphoven zum Bürgermeister.
In den Jahren 1961/62 wurden in Laffeld zwei Lehrerwohnungen gebaut, um dem Lehrpersonal eine schulnahe Wohnung zu bieten.
Letzter Bürgermeister der Gemeinde Aphoven bis zur Eingliederung in die Stadt Heinsberg wurde Anton Hennes aus Laffeld in der Sitzung am 9.10.1964. In seiner Wahlperiode fallen die Beschlüsse
am 23.10.1964 über die Einführung der Müllabfuhr,
am 25.1.1965 über den Bau einer Mittelpunktschule,
am 1.7.1965 über den Bau einer Kläranlage in Aphoven,
am 27.5.1965 über die Neugestaltung des Friedhofs Laffeld und im Jahre 1968 der Gebietsänderungsvertrag über die Eingliederung der Gemeinde Aphoven in die Stadt Heinsberg.

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Bis zur Eingliederung in die Stadt Heinsberg mit Wirkung vom 1. Juli 1969 hatte die Gemeinde Aphoven den Ort Laffeld weitgehend kanalisiert.
Seit dem 1. Juli 1969 gehören der Ort Laffeld sowie der Ort Aphoven zur Stadt Heinsberg, die nach dem Aachen-Gesetz ab 1 Januar 1972 rd. 38.000 Einwohner zählt.
Bei der Stadt Heinsberg sind als Verbindungsglieder zwischen der Stadt und den ehemaligen Gemeinden Ortsvorsteher eingesetzt. Für die Orte Aphoven und Laffeld nimmt Ortsvorsteher und Ratsherr Jakob Schröder aus Laffeld die Interessen wahr.
Ab August 1978 wurde die Grundschule Aphoven - Laffeld in die Grundschule Waldenrath - Straeten eingegliedert. Das damit freiwerdende Schulgebäude in Laffeld ist in vorbildlicher Eigenleistung der Dorfvereine mit finanzieller Unterstützung Stadt Heinsberg zu einem Dorf- bzw Vereinsheim ausgebaut worden.
In den Jahren 1984/85 wurde in Laffeld ein Baugebiet "Im Hofkamp" erschlossen, welches rd. 40 Baustellen ausweist. Bauwillige haben nunmehr die Möglichkeit, weiter im Dorfe Laffeld zu verbleiben.