Bittgänge

 

Bittgänge

Seit Jahrhunderten, zurückgehend bis in die frühchristliche Zeit, werden in den katholischen Gemeinden im Laufe des Kirchenjahres Bittgänge abgehalten. Wie in vielen Orten des Heinsberger Landes werden auch in Laffeld die Bitttage traditionsgemäß gehalten. Die Bitttage sind immer die drei Tage unmittelbar vor dem Fest Christi Himmelfahrt, also montags bis mittwochs, in der Regel im Monat Mai, wenn auf den Feldern, in den Gärten und Wiesen die Saaten sich entfalten.

Die Bitttage gehen vermutlich auf die "Umgänge" unserer heidnischen Vorfahren um die Feldfluren herum zurück, um die heidnischen Götter gewogen zu stimmen, die Felder vor Schaden zu bewahren. Bei der Christianisierung wurde die Tradition aufgegriffen und mit christlichem Inhalt erfüllt.

Die Bittprozession zieht an den drei Tagen jeweils in verschiedenen Himmelsrichtungen durch die Gemarkung Laffeld. Betend, besonders in den Fürbitten, erfleht man den Segen Gottes für die Menschen unseres Dorfes, himmlischen Schutz für die Saaten und Früchte auf den Feldern, in den Gärten und Wiesen und für die Mühen der menschlichen Arbeit. Die Bittprozession findet in Verbindung mit der Abendmesse mit dem Pfarrer statt. Steht kein Priester zur Verfügung, ziehen die Gläubigen allein aus. Es ist erfreulich, dass immer noch viele Alte und Junge sich rege beteiligen.

Neben den feststehenden traditionellen Bitttagen gab es zu allen Zeiten in den Orten besondere Bittgänge, zum Beispiel zu Feldkapellen oder Heiligenhäuschen in den Zeiten der Not, der Teuerung, der Kriege und bei besonderen Anliegen. Für die Laffelder war dann die Kapelle "Maria Lind" in Braunsrath das Ziel.