Bruderschaft

 

Die Schützenbruderschaft St-Josef

Alle schriftlichen Unterlagen der Schützenbruderschaft aus der Zeit vor dem II. Weltkrieg sind verloren gegangen. So ist es nur durch mündliche Überlieferung und private Aufzeichnungen möglich, die Gründung und den Werdegang der Bruderschaft bis 1945 aufzuzeigen. Hier seien vor allem Hubert Heutz und Gerhard Schmitz genannt.
Im Jahr 1920 kam innerhalb des St. Josefs - Vereins die Idee auf, eine ordentliche Schützenbruderschaft zu gründen.

die Gründer der St. Josef Schützenbruderschaft Laffeld
Josef Heutz Josef Rongen
Josef Schlebusch Bernhard Josef Schmitz

So konnten die Laffelder auch außerorts offiziell an Veranstaltungen teilnehmen. Ausschlaggebend hierfür war das Schützenfest der St. Arnoldi Schützenbruderschaft Aphoven im September 1920 gewesen. Es wurde eine Versammlung einberufen, auf der diese Idee vorgetragen und beschlossen wurde. Zusätzlich besuchten die Vereinsmitglieder die Familien im Ort, um die Meinung der Bevölkerung zu hören und um Unterstützung des zukünftigen Vereins zu erhalten.
Voller Tatendrang ging man ans Werk. Schon im November 1920 wurde die Gründungsversammlung einberufen. Eine große Anzahl der männlichen Bevölkerung nahm daran teil. Laut Beschluss dieser Versammlung erhielt der neue Verein den Namen "St. Josef - Schützen - Gesellschaft - Laffeld". Die bisherige Vereinsfahne ließ man umsticken, der erste Vorstand wurde gewählt und zum Präsidenten Josef Rongen ernannt. Weitere Vorstandsmitglieder waren Josef Heutz, Josef Schmitz, Josef Schmitz (der Gastwirt), Josef Schlebusch und Matthias Schmitz. Der erste Schützenkönig der Gesellschaft - Anton Keulen - wurde noch durch Los bestimmt. Erster Präses war Pfarrer Martin Bussar, dem bereits 1921 Pfarrer Corneluis Pillen folgte. Der zukünftige Vogelschuss wurde auf den Tag des hl. Josef festgelegt, dem Patron der Pfarrgemeinde, und fand erstmals 1921 statt. Der Gastwirt Josef Schmitz erhielt das Amt des Hauptmanns und Kommandanten. Im I. Weltkrieg war er in Aachen Ausbilder gewesen und erschien so für diese Aufgabe besonders geeignet, zumal er sich auch im Alltag durch korrektes militärisches Wesen auszeichnete.

Hauptmann Josef Schmitz


Die notwendigen Anschaffungen wurden aus der Vereinskasse beglichen, in die die Mitglieder der Schützenvereinigung mit festgelegten Beträgen einzahlten. Weiter konnte man auf Spenden der Laffelder zählen.
Die erste von der Gesellschaft ausgerichtete Veranstaltung war eine Theateraufführung am zweiten Weihnachtsfeiertag 1920, zu der eingeladen wurde. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten die Schützen im Februar des folgenden Jahres. Kaplan Josef Bohnen feierte in seinem Geburtsort Laffeld seine Primiz.
Die Schützen zogen zum Elternhaus des Geistlichen und geleiteten ihn in feierlicher Prozession zur Kirche. Die Vereinsmitglieder trugen grüne Mützen, weiße Schärpen und Handschuhe, die Offiziere Gehrock, Degen und Helme mit wehendem Haarschweif.
Die Aufzüge begleiteten anfangs Johann Herfs als Tambourmajor und Heinrich Niehsen als Trommler. Hinzu kam eine von Konrad Heutz zusammengestellte Musikkapelle. Diese galt als eigenständige Unterabteilung des Vereins und entwickelte sich schon bald zum Trommler- und Pfeiferkorps Cäcilia Laffeld.
Am 08. 05.1921 richtete man zusammen mit der Frühkirmes das erste große Stiftungsfest aus. Der Andrang war groß und das Auftreten der Schützengesellschaft fand allgemeine Zustimmung.
In den folgenden Monaten gab es auswärtige Auftritte in Gangelt und Birgden. Hier errang die Gesellschaft eine Schleife als Anerkennung für ihren Auftritt. Sie zierte bis zum II. Weltkrieg die Vereinsfahne. 1922 war man in Braunsrath und Unterbruch zu Gast. 1923 fanden wegen des passiven Widerstandes gegen die damalige belgische Besetzung des Rheinlandes keine Aufzüge statt. Erst 1924 folgte wieder ein Schützenfest in Schalbruch, von dem die Laffelder mit der höchsten Ehrung zurückkehrten. Die Reihe der Festlichkeiten ließe sich mühelos weiter fortsetzen. Und von bald jedem Schützenfest kam die Laffelder Schützengesellschaft mit Preisen für das muster- gültigste und beste Auftreten nach Hause zurück.
Großen Anteil hatten daran der Hauptmann Josef Schmitz und sein Adjudant Heinrich Lennartz. Josef Schmitz legte großen Wert darauf, die Schützen persönlich auszubilden. Als Übungsplatz war neben der Selstener Straße der Schulhof ausersehen.
Es ist überliefert, manche Vereine hätten die Laffelder Bruderschaft nur wegen ihres hervorragenden Gesamtbildes eingeladen und um den Besuchern eine Attraktion während der Aufzüge bieten zu können. Im Jahr 1926 legte man erstmals ein Riesenfestzelt zur Frühkirmes, was dem Vereinsleben einen weiteren Aufschwung brachte und sich auch finanziell lohnte.
Vom 07. - 10. Mai 1927 richtete der Ort das erste Laffelder Schützenfest aus. Heinrich Rongen und Lehrer Wüst waren die maßgeblichen Organisatoren. Berichten zufolge war das Dorf fast zu klein, es konnte die 28 beteiligten Gastvereine kaum fassen. Den Beginn machte ein großer Zapfenstreich, der obligatorische Vereinsball bildete den Ausklang der Festlichkeiten. Für die Unterhaltung der Kinder sorgte die Schiffschaukel des Schaustellers Kistermann.

Anzeige zum Schützenfest 1927

Von den 1927 besuchten Schützenfesten in Kirchhoven, Schafhausen und Oberbruch konnten ebenfalls schon fast wie selbstverständlich Preise und Auszeichnungen mit nach Hause genommen werden. Es kann gesagt werden, dass die 1920er Jahre einen Höhepunkt im jungen Vereinsleben der Laffelder Bruderschaft darstellten. Trotz oder gerade wegen der wirtschaftlichen und konjunkturellen Schwierigkeiten wie der hohen Arbeitslosigkeit, der Inflation, der Besetzung des Rheinlandes durch die Siegermächte des I. Weltkrieges.
Durch die gut besuchten Kirmessen kamen finanziell bessere Zeiten für die Schützengesellschaft. So konnte der Verein auch im Frühjahr 1928 neue Offiziersuniformen anschaffen.

Königspaar der St Josefs Schützenbruderschaft
1929/30 Gerhard Schmitz und Therese Horrichs

Auf Initiative des damaligen Gangelter Bürgermeisters Dr.Laumen fand im Februar 1929 im Hotel Claßen in Heinsberg eine Delegiertenversammlung statt. Das Ergebnis war die Gründung eines Dekanats - Schützenverbandes dem sich neben Laffeld 21 weitere Bruderschaften anschlossen. Er gab sich den Namen Schützenverband Heinsberg und schloss sich dem in dieser Zeit gegründeten Historischen Deutschen Schützenbund in Leverkusen an. Aus ihm ging der heutige Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften hervor. Er war ein eher kirchlich orientierter Zusammenschluss. Der Dekanatsverband entschied, nur noch ein jährliches Schützenfest auszurichten und die Verleihung von Preisen abzuschaffen. Doch 1929 besuchten die Laffelder noch einmal 5 Schützenfeste, wobei unserer Bruderschaft wieder viele Preise verliehen wurden. Eine Bezirksstandarte schaffte das Dekanat 1932 an, die auf Vorschlag der Laffelder Delegierten im Dekanatsverband dann vom jeweiligen
Ausrichter des Schützenfestes das Jahr über mitgeführt wurde, um sie dann dem nächsten Veranstalter des Dekanatschützenfestes zu übergeben.
1933 verlegte man den Laffelder Vogelschuss in den Sommer, erstmals zum Wettbewerb unseres Trommler- und Pfeiferkorps.

Kirmesaufzug 03.04.1931


Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich manches. Die Partei versuchte mehr und mehr die Schützenbruderschaften ihren Zielen unterzuordnen. Die der Erzbruderschaft angehörenden Vereine waren nur noch dann zugelassen, wenn sie sich dem neu gegründeten Deutschen Schützenbund anschlossen. Anstelle des Präsidenten der Bruderschaft trat der sogenannte Schützenführer. Dieses Amt übernahm in Laffeld der bisherige Präsident. Außerdem war jede Bruderschaft verpflichtet, eine Schießabteilung für das Klein-kaliberschießen zu bilden. Die Schützenbruderschaft St. Josef Laffeld wurde am Josefstag 1933 auf Adolf Hitler vereidigt und
ein Hakenkreuzwimpel an der Fahne befestigt. Ob es allen gefiel, danach fragte man nicht. Die beliebten Theateraufführungen der Schützenvereine untersagte man 1935 und es wurde die Auflage gemacht, sich an den "Schießopfertagen" für das Winterhilfswerk zu beteiligen. Die Dekanatsschützenfeste wurden verboten. Dafür sollten unter der Regie des Deutschen Schützenbundes auf Kreisebene Schützenfeste stattfinden.
Dieses organisierte der Verband am 22.08.1937 in Heinsberg. Neben Laffeld nahmen weitere 32 von insgesamt 40 Vereinen teil. Den nicht erschienenen drohte der Kreisführer eine Geldstrafe und eine Sperre von einem Jahr an. Selbst die als konservativ geltende Heinsberger Volkszeitung schrieb, die Schützen sollten wieder Schützen im wirklichen Sinne des Wortes sein, neue Aufgaben gesucht und gefunden werden, " … denn machen wir uns klar: solange die Alten noch da sind, steht auch die Schützengesellschaft in mehr oder weniger starker Form, wenn aber die Jungens, die heute in der Hitlerjugend von dem Geist einer neuen Zeit durchdrungen werden, die tragende Generation geworden sind, wie soll dann ein Schützenverein bestehen können, hat er sich nicht zeitig auch solchen Aufgaben und Zielen zugewandt, die ihm zeitig auch die Jugend zugeführt haben".
Einmal durch die äußeren Zwänge und Eingriffe und andererseits durch politisch motivierte Gegensätze innerhalb der Laffelder Bruderschaft entstand mehr und mehr Uneinigkeit. Denn es soll nicht verschwiegen werden, dass sich die Parteimitglieder der NSDAP im Verein für die nationalsozialistische Sache stark machten. Nur noch mit Mühe konnte 1935 ein neuer Vorstand gewählt werden. Die Beteiligung an den Festen und Aufzügen ließ immer weiter nach. 1938 nahmen am Schützenfest in Luchtenberg nur noch 8 - 10 Mann teil. Das letzte Schützenkönigspaar vor dem Krieg sollten Hans Clemens und Anna Schlebusch werden. Doch kurz vor der Frühkirmes gab es einen Todesfall in der Familie Clemens und der designierte König verzichtete auf die Königswürde. Für ihn sprangen Reiner Winkels und seine Königin Katharina Storms ein. So feierte Laffeld noch einmal 1939 Frühkirmes, dann brach im August des Jahres der II. Weltkrieg aus und alles Vereinsleben lag still. Durch den Krieg und seine Auswirkungen verlor unsere Bruderschaft 40 Mitglieder.
In den ersten Nachkriegsjahren war an eine Wiederbelebung des Vereins nicht zu denken. Die aus der Evakuierung in das teils zerstörte Laffeld heimkehrende Bevölkerung hatte genug damit zu tun, sich die nötigsten Dinge des Lebens zu beschaffen und ihre Häuser instand zu setzen.

Königspaar im Jahre 1948/49
Anton Hennes und Margarethe Jäger

Erst 1948 kamen wieder die Schützen zusammen. Der damalige Vorstand mit Peter Hennes als Präsident, Peter Pelzer als Schriftführer und Kassierer sowie Franz Schmitz als Hauptmann versuchten alles Erdenkliche, um den Verein nach neun Jahren wiedererstehen zu lassen. Mit Erfolg, wie man sieht. Für die dreißig Aktiven wurden neue Mützen angeschafft, die Zahl der Ehrenmitglieder betrug ebenfalls 30. Die Schützenfahne hatte den Krieg unversehrt überstanden, doch das Schützensilber war durch Kriegseinwirkung, Zerstörung und auch wohl Diebstahl nicht mehr komplett. So fand zum Beispiel Matthias Peters bei Feldarbeiten in einem Schutthaufen am Wegesrand die Platte des Schützenkönigs Rainer Winkels und übergab sie dem damaligen Vereinspräsidenten Leo Cüppers. Die noch vorhandenen Königsplatten fasste man mit einer neuen silbernen Kette zusammen. Durch die Verordnungen der britischen Militärregierung gab es für die Vereine strenge Auflagen. So fand der erste Vogelschuss in Laffeld mit der Armbrust statt, weil das Führen von Schusswaffen verboten war. Die ersten Kirmessen feierte der Ort in sehr bescheidenem Rahmen. Im Haus Pelzer richtete man behelfsmäßig einen Tanzsaal her, später in der Feldscheune des Bauern Claßen.

Kirmesaufzug kurz nach dem 2. Weltkrieg

Da ein Festzelt auf die Dauer zu teuer gewesen wäre, einigten sich die Ortsvereine mit dem Gastwirt Louis darauf, für ein zinsloses Darlehen von 3000 DM in Hand- und Spanndiensten einen Saal zu errichten, der ab 1949 zur Verfügung stand. Im selben Jahr besuchte die Schützenbruderschaft das erste Nachkriegsschützenfest in Haaren. Zum einhundertjährigen Bestehen der Pfarre St.Josef Laffeld gab es in Laffeld im April nach vielen Jahren das erste große Fest, an dem natürlich auch die Bruderschaft beteiligt war.
Bei folgenden Schützenfesten in Straeten, Höngen und Waldfeucht erreichte unser Verein bei Schießwettbewerben vordere Plätze.
Im April 1953 feierte Cornelius Pillen - Laffelder Pfarrer und Ehrenpräses der Schützenbruderschaft - sein goldenes Priesterjubiläum unter großer Beteiligung aller Pfarrangehörigen und Vereine.

Schützenbruderschaft beim Priesterjubiläum 1953

Offizierskorps 1953

Von links: Josef Cüppers, Willi Schopphoven, Heinrich Ohlenforst,
Franz Heinrichs, Franz Schmitz

Königspaar beim Schützenfest 1954
Willi Rongen und Elisabeth Görtz

Für das Jahr 1954 beantragte der Vorstand die Ausrichtung eines Schützenfestes bei der Dekanatsführung. Anlass war das fünfundzwanzigjährige Bestehen der Bruderschaft. Eine Befragung der Laffelder Bevölkerung ergab Zustimmung für diesen Plan. Seit April 1953 wurden für das bevorstehende Schützenfest in Laffeld monatlich Haussammlungen durchgeführt, um einen Fonds zur finanziellen Sicherung des Vorhabens zu bekommen. In vielen Versammlungen zeichnete sich nach und nach der Ablauf des Festes ab. Den Frauen und Mädchen der Nachbarschaften stellte der Vorstand Stoffe und Schnüre zur Verfügung, woraus Spannfähnchen gefertigt wurden. Die Planung erforderte einen hohen Aufwand, woran Lehrer Andreas Maybaum großen Anteil hatte. Doch die Mühen lohnten sich, denn das Fest überstieg alle Erwartungen. 27 Bruderschaften mit 1500 Schützen, 24 Trommler- und Pfeiferkorps und Musikvereine bildeten den großen Festzug. Als Festredner konnte die Schützenbruderschaft Pfarrer Josef Bohnen gewinnen. Für das Schützensilber stiftete er eine Platte mit entsprechender Inschrift. Wie überliefert ist, fanden sich große Menschenmengen an den Festtagen trotz des regnerischen Wetters im Ort ein. Die hieraus resultierenden Einnahmen ermöglichten es, das Darlehen für den Saalbau zurückzuzahlen, neue Offiziersuniformen, Mützen und Schärpen anzuschaffen. Als Dank an die Bevölkerung für das gelungene Fest organisierten die Schützen im August einen Tanzabend mit Freibier und Verlosung.

Ehrendamen beim Schützenfest 1954

Plakat zum Schützenfest 1954

Die Ausrichtung des Schützenfestes wirkte sich auch für die kommenden Jahre aus. Die Bruderschaft erhielt Einladungen zu vielen Veranstaltungen im Umkreis und trat dort mit viel Erfolg auf. 1955 schaffte man von den Gewinnen des Vorjahres noch eine neue Vereinsfahne und ein Klavier an.

In dieser Zeit nahm Lehrer Andreas Maybaum die Mühe auf sich, die nicht mehr auffindbare Chronik der Laffelder Schützenbruderschaft neu zu erstellen und Begebenheiten aus der Vereinsgeschichte aufzuzeichnen. Unterstützt wurde er hierin durch Hubert Heutz und Gerhard Schmitz, die noch viel aus vergangenen Tagen zu berichten wussten. 1954 erhöhte man das Königsgeld auf 1,00 DM je Mitglied, der König wurde verpflichtet dafür zu sorgen, dass die Königin zu jeder Kirmes nur ein Kleid zu tragen habe. Andernfalls sollte das Königsgeld entfallen. Auch den Brauch, beim Abholen des Königspaares vor dem Aufzug die Bruderschaft mit Getränken zu bewirten, hob man auf. Durch diese Maßnahmen sollte es künftig jedem Schützenbruder ermöglicht werden ohne wesentliche finanzielle Belastungen den Königsvogel von der Stange schießen zu können.
Beim Preisschießen anlässlich von Schützenfesten war es bisher so gewesen, dass sich unsere Schützenbrüder die Gewehre anderer ausleihen mussten. Aus diesem Grund und auch um Übungsschießen durchführen zu können, schaffte der Vorstand erstmals ein Kleinkalibergewehr für den Verein an.
Im Dezember 1958 verstarb der Laffelder Pfarrer Cornelius Pillen und so erhielt die Bruderschaft mit Einführung seines Nachfolgers Pastor Schmitz im Mai 1959 einen neuen geistlichen Präses.

1962 begannen bereits die Vorplanungen für das 1966 anstehende Dekanatsschützenfest, das der Dekanatsverband unserer Bruderschaft zugesagt hatte. Hierzu gehörte natürlich, dass von nun an verstärkt die Schützenfeste in und außerhalb des Dekanates besucht wurden.

Einführung Pastor Schmitz 1959

Hauptlehrer Andreas Maybaum

Offizierskorps 1960

Von links Heinrich Ohlenforst, Gustav Schrader,
Heinz Nießen, Josef Schmitz

Während der Vorbereitungen teilte der Vereinswirt - die Familie Schopphoven - mit, dass sie das Vereinslokal verkaufen würde. Nun stellte sich die Frage, woher Ersatz zu schaffen. Ein geeignetes Lokal stand in Laffeld nicht zur Verfügung. Es lief darauf hinaus, zu den Kirmesveranstaltungen ein Festzelt anzumieten. Andere größere Vereinsfeiern außerhalb der Kirmessen konnten nun nicht mehr stattfinden. Die letzte Veranstaltung im alten Vereinslokal war der Neujahrsball 1966. Im selben Jahr wurden erstmals die Vereinsstatuten in Druckform herausgegeben und ein Schrank für die Fahnen, Schärpen, Mützen und Unterlagen angeschafft. Er fand auf der Kegelbahn des Vereinslokales Platz.
Das Dekantsschützenfest fand vom 02.- 04. Juli 1966 statt. Zum großen Festumzug konnten 29 Bruderschaften mit zahlreichen Musikvereinen, Pfeifer- und Trommlerkorps begrüßt werden. Für die hervorragende Organisation des Festes war u.a. wiederum Hauptlehrer Andreas Maybaum mitverantwortlich, Festredner war wie schon 1955 der gebürtige Laffelder Pfarrer Bohnen aus Ophoven, der zur Erinnerung an das Heimatfest der Schützenbruderschaft eine Platte mit dem Bild des hl. Josef für das Königssilber überreichte. Zu dem Dekanatsschützenfest wurde auch erstmals eine umfangreiche Festschrift herausgebracht.
Im Jahr 1971 plante der Vorstand der Bruderschaft aus Anlass des 50 - jährigen Bestehens der St.Josef-Schützenbruderschaft ein kleines Schützenfest im Rahmen der Laffelder Herbstkirmes, wozu Einladungen an die Bruderschaften des 1969 aufgelösten Amtsbezirkes Waldenrath, an Heinsberg, Schafhausen und Unterbruch ergingen. Bedauerlicherweise war die Resonanz nur gering. Zum sonntäglichen Festumzug erschienen nur die Gesellschaften aus Heinsberg, Aphoven und Unterbruch. Letztmalig trugen an diesem Tag die Generäle ihre alten Uniformen. Wieder war auch Pfarrer Bohnen anwesend und stiftete eine Platte für das Schützensilber.
1972 wurde beschlossen, den Königsvogelschuss auf den Fronleichnamstag zu verlegen. Während der Prozession präsentierte der Schützenpräsident der Laffelder Bevölkerung erstmals auch ein zweites Königssilber. Im Laufe der Jahre war es allmählich zu umfangreich geworden und der Vorstand hatte eine Umarbeitung bzw. Aufteilung vornehmen lassen, so dass es nun ein "altes" und ein "neues" Königssilber gab. Vorgesehen war, dass der jeweilige Schützenkönig die neue Kette und der Präsident bei Kirmesumzügen das alte Silber trug. Später durfte der beste Jungschütze die zweite Kette bei Aufzügen anlegen. Mit der Anschaffung einer Prinzen - und Schülerprinzenkette beschloss der Verein 1992, dass von nun an der Schützenkönig des Vorjahres das zweite Silber trägt. Erwin Wellens wurde 1972 Dekanatsschützenkönig. Aus diesem Grund besuchte der Verein das Bundeskönigsfest in Mönchengladbach.
Zur Förderung des Schießsports bemühte sich der Verein seit 1973 einen geeigneten Schießstand zu finden, auf dem dann regelmäßig Übungsschießen abgehalten werden könnten. Geeignete Räume standen in der Schule zur Verfügung, deren Speicher durch die Jungschützen in Eigenleistung unter Leitung von Peter Cüppers ausgebaut werden konnte. Am 08.10.1975 erfolgte die Freigabe und Einweihung. Durch das Beispiel
benachbarter Orte nahm die Schießgruppe 1977 erstmals auch Frauen und Mädchen auf. Die Stadt Heinsberg schloss 1978 die Laffelder Grundschule und das Gebäude wurde den Ortsvereinen vollständig zur Nutzung überlassen.
Neben dem Einsatz für den eigenen Verein soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass sich die Mitglieder der Schützenbruderschaft neben den anderen Ortsvereinen für das Wohl der Dorfgemeinschaft zur Verfügung stellten. Und natürlich beteiligt sich der Verein seit jeher an den Festlichkeiten der anderen Ortsvereine, wie es umgekehrt selbstverständlich ebenfalls der Fall ist. Als Beispiel soll hier das Wiesenfest genannt werden, das 1974 erstmals von den vereinigten Vereinen organisiert wurde und ein großer Erfolg war. Der Erlös daraus kam allen beteiligten Gruppen zugute. Auch trugen Schützenbrüder z. B. durch Hand- und Spanndienste bei der Renovierung des Kirchturms und Umgestaltung der Außenanlagen der Kirche im selben Jahr mit dazu bei, dass die enormen Kosten gesenkt werden konnten.
Seit den 1970er Jahren besteht durch verwandtschaftliche Beziehungen der beiden Schützen Peter Ohlenforst und Werner Schollbach, deren Ehefrauen aus Dedenborn stammen, eine Freundschaft zur dortigen St. Michaeli-Schützenbruderschaft, die vor allem zu besonderen Anlässen durch gegenseitige Besuche der Vereine gepflegt wird. Erstmals war das im Jahr 1975 der Fall, als das amtierende Königspaar Werner und Margret Schollbach
die Vereinigung zur Herbstkirmes einlud. Der Laffelder Gegenbesuch fand zusammen mit dem Trommler- und Pfeiferkorps im Frühjahr 1976 statt.

Schützenbruderschaft St. Josef Laffeld 1976 in Dedenborn

Trommler- und Pfeiferkorps Cäcilia Laffeld 1976 in Dedenborn

Vereinsrechtlich gesehen änderte sich im selben Jahr der Status der Bruderschaft dahingehend, dass sie sich in das Vereinsregister eintragen ließ.
Mit dem Eintritt von Pfarrer Ludwig Schmitz in den Ruhestand im gleichen Jahr 1983 verlor die Schützenbruderschaft nun ihren dritten geistlichen Präses in der Vereinsgeschichte. Das Ehrenamt übernahm Pfarrer Hubert Sieberichs, der neben Aphoven nun auch die Pfarre Laffeld leitete. Nach zwanzig Jahren erhielt Laffeld die Zusage des Bezirksverbandes zur Ausrichtung des Dekanatschützenfestes 1986. Anläßlich des Festes erschien wiederum eine Festschrift.
Die Feier stand ganz im Zeichen der 26 Gastvereine, die sich zusammen mit ihren Musikkapellen beim Festumzug präsentierten.
Das viertägige Programm fand allgemein große Zustimmung. Vom Gewinn der Veranstaltung konnten neue Uniformen für die Offiziere angeschafft und die dringend notwendige Restaurierung der beiden Fahnen in die Wege geleitet werden, die in sehr schlechtem Zustand waren. Dies geschah in Mönchengladbach - Lürrip bei der Fa. Brunnenberg, die auch die neuen Uniformen ausstattete. Von der "neuen" Fahne konnten größtenteils nur die figürlichen Motive erhalten werden, die man auf einem neuen Untergrund aufnähte. 1999 ließ der Verein dann die historische alte Fahne nochmals gründlich restaurieren und zum zukünftigen Schutz in eine Kunststofffolie einschweißen. Sie erhielt ihren Ehrenplatz im Rahmen einer kleinen Feier im rechten Seitenschiff der Kirche nahe dem Josefs - Altar.

Wecken bei der Frühkirmes 1976

Die nicht mehr in allen Punkten der heutigen Zeit entsprechende Vereinssatzung überarbeitete der Vorstand 1991.
Wie sich schon seit den 1980er Jahren immer deutlicher abzeichnete, litten die Kirmesveranstaltungen in Laffeld zunehmend unter der geringen Besucherzahl und so unter den damit einhergehenden finanziellen Problemen. Der Schützenvorstand versuchte durch allerlei Maßnahmen die Veranstaltungen attraktiver zu gestalten. Was in anderen Orten zu Erfolgen führte, zeigte in Laffeld leider kaum Wirkung. Um die Kosten in Grenzen zu halten, beschloss man, ein kleineres Zelt zu den Kirmessen anzumieten, und 1996 verpflichtete man erstmals keine Tanzkapelle mehr, sondern einen "Unterhalter mit einer Beschallungsanlage" - also einen Discjockey.

Königspaar im Jubiläumsjahr 1996 Hans und Hannelore Jaeger

Im selben Jahr stand wiederum eine Feier in größerem Rahmen an. Die St. Josef Schützenbrüderschaft konnte auf ihr 75-jähriges Bestehen zurückblicken. Dies wurde in Verbindung mit der Herbstkirmes gefeiert. Hierfür änderte man sogar den Termin des traditionell zu der Zeit stattfindenden Vogelschusses. Neben elf Bruderschaften wurde eine Anzahl Ehrengäste begrüßt, unter ihnen das Bezirkskönigspaar aus Aphoven, der Heinsberger Stadtdirektor und der Bundestagsabgeordnete für den Kreis Heinsberg. Hubert Winkels erstellte zum Fest eine kleine Vereinschronik.

Jungschützen im Jahre 1996

Ausflug der St Josef Schützenbruderschaft 1997 ins Sauerland

Im Herbst des Jahres stellte sich beim traditionellen Kameradschaftsabend der Bruderschaft Pfarrer Günter Wiegandt erstmals als neuer Präses vor, nachdem Pfarrer Sieberichs bereits im Mai in Ruhestand gegangen war.
Das Bundesschützenfest 1998 in Düren besuchte auch eine Abordnung der Schützenbruderschaft. Für das Jahr 1999 stand der Ausbau des Vereinsheimes an, der durch Eigenleistung einiger Schützen unterstützt wurde, 2000 beschaffte man ein neues Brustschild für das Königssilber. Nach längeren Vorplanungen entschloss sich der Verein für die Fahnenoffiziere 2001 neue Uniformen anzuschaffen. Zur besseren Präsentation in der Öffentlichkeit und um sich bei Aufzügen in einem einheitlichen Bild darzustellen erhielten die Frauen und die Jugend Schützenwesten.
Ein Höhepunkt stellte 2001 die Teilnahme am Bundesköniginnentag in Heinsberg dar, wobei die Laffelder
Delegation vom Trommler- und Pfeiferkorps musikalisch hervorragend begleitet wurde. Unser Königspaar Michael Schmitz und Diana Heutz erhielten von den zahlreichen Zuschauern sehr viel Beifall. Aber vor allem auch die große Jungschützenabteilung mit ihrem geordneten Auftreten hinterließ einen sehr guten Eindruck. Alles in allem war der Auftritt eine sehr gute Werbung für Laffeld und seine Schützenbruderschaft.
Im Jahr 1990 war auf Anregung vom damaligen Pfarrer Hubert Sieberichs und der St. Josef Schützenbruderschaft am Ortsausgang Richtung Aphoven ein von Familie Andreas Küppers gestiftetes neues Wegekreuz aufgestellt worden, wofür der Verein die Patenschaft übernahm. 2002 ließ es die Bruderschaft restaurieren, die Firma Dressen stiftete hierzu einen neuen Korpus.

Wegekreuz der St. Josef Schützenbruderschaft

Was bei einigen Schützenbruderschaften in Orten ringsherum schon vorgekommen ist, traf im Jahr 2005 nun auch uns. Erstmals in der Vereinsgeschichte - mit Ausnahme der Kriegszeiten - hatte Laffeld keinen Schützenkönig. Beim traditionellen Vogelschuss zur Herbstkirmes 2004 hatte sich niemand gefunden, der den Vogel abschießen wollte. So repräsentierte der Schützenprinz Bernd Ohlenforst die Bruderschaft bei allen Veranstaltungen.

Frühstück beim Patronatstag 2005

Ausflug der Jungschützen zur Nato Airbase im Jahr 2005

Funkengarde der Schützenbruderschaft beim Karneval 2007

Nachdem Pfarrer Günter Wiegandt sich im Sommer von seinen beiden Pfarren verabschiedet hatte, weil er versetzt worden war, erhielt die Schützenbruderschaft St. Josef Laffeld mit Kaplan René Mertens aus Heinsberg im Frühsommer 2006 einen neuen geistlichen Präses. Nun richtet die St. Josef- Schützenbruderschaft Laffeld nach zwanzigjähriger Pause wieder ein Bezirkschützenfest aus, zu dessen Anlass diese Festschrift erstellt wurde. Das Fest wird getreu dem Leitspruch gefeiert, der alle Bruderschaften verbindet.

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