Fahnenschwenken

 

Fahnenschwenken

In jedem Festzug sorgen sie für Bewegung und fast akrobatische Einlagen: die Fahnenschwenker aus den Reihen der Schützenbruderschaften. Sie sind ein Teil der Bruderschaft und überwiegend ist Fahnenschwenken das Metier der Jungschützen.

Wenn auch das Fahnenschwenken in der Chronik der St. Josef-Schützenbruderschaft Laffeld oft nur spärlich erwähnt ist, so berichten Mitglieder der Bruderschaft, die das Fahnenschwenken in Laffeld ins Leben gerufen oder selbst dabei aktiv mitgewirkt haben, über interessante Details. Der Verfasser dieser Zeilen konnte sich ebenfalls auf Zeitungsberichte stützen. Wegen fehlender Quellen könnte durchaus auch mal ein Aktiver vergessen worden sein.

Peter Cüppers, damals Jungschützenmeister, erinnert sich: "Im Jahre 1986 wurde die Idee geboren, eine Gruppe Fahnenschwenker ausbilden zu lassen." Spontan waren etwa 6-8 Personen bereit, je 10,-- DM für die Anschaffung einer Fahne zu spenden. Zunächst wurden zwei Fahnen angeschafft bzw. gestiftet mit "St. Josef"-Laffeld und Schützenemblem darauf. Zuerst befand sich am Fuße der zugehörigen Fahnenstange nur eine Holzkugel, die später durch eine Messingkugel ersetzt wurde, um das Schwenken zu erleichtern.

Die Jungschützen Hans-Josef Drießen, Reiner Geiser, Hans-Peter Hahnen, Markus Krahe und Lothar Schmitz ließen sich als Erste für das Fahnenschwenken begeistern. Erstes Üben fand in Straeten in der Turnhalle statt, wo die ersten Grundgriffe der Fahnenschwenkerkunst vermittelt wurden. Ab 1987 bildeten Udo Heinrichs, Dirk Wellens, Marcel Derksen, Bernd Ohlenforst, Timo Mertens, Roman Heutz, Michael Wilms, Sebastian von der Stück, Christoph Bohnen und Markus Schulte den Nachwuchs. Natürlich nahm man an Ausbildungslehrgängen teil. Zweimal fuhr man zur Ausbildung nach Rolduc in Kerkrade/NL. Eine dritte Fahne (Leo Cüppers) und eine vierte Fahne (Josef Heinrichs) wurden gestiftet. Die Fahnenstangen wurden am Fuße eigens mit Messingkugeln ausgestattet, um das Üben zu erleichtern. Zum Üben wurden noch zwei Fahnen zusätzlich selbst angefertigt, um die Vereinsfahnen vor Verschmutzung zu bewahren.

Auch der Schützenbezirk Heinsberg wurde aktiv, um junge Fahnenschwenker auszubilden. Eine Initiative des Bezirksjungschützenmeisters Heinz Dieken machte es im April 1991 möglich: An drei Abenden trafen sich 14 jugendliche Schützenbrüder von sieben Bruderschaften in der Grebbener Mehrzweckhalle, um die Kunst des Fahnenschwenkens zu erlernen. Altfahnenschwenker Fritz Hensen von der St. Lambertus-Schützenbruderschaft Grebben und Fahnenschwenkerobmann Thomas Dieken von der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Dremmen zeigten sich nach Abschluss des Lehrgangs sehr erfreut und zufrieden mit den Leistungen ihrer Schüler, die ihr Können beim Bezirksschützenfest in Dremmen am 7. Juli 1991 unter Beweis stellen sollten. Denn dort sollte nach dem Festzug ein Preisfahnenschwenken im Festzelt durchgeführt werden. Udo Heinrichs und Lothar Schmitz nahmen von der St. Josef-Schützenbruderschaft Laffeld am Lehrgang teil.

Im Juni 1993 war das Schützenfest in Heinsberg für die Fahnenschwenker der Schützenbruderschaften des Bezirks Heinsberg erneut Gelegenheit, das Können unter Beweis zu stellen und auch zu messen. Leider spielte das Wetter nicht so mit, wie es sich sowohl die Veranstalter als auch die Teilnehmer gewünscht hatten, so dass der Wettbewerb nicht - wie geplant - vor großer Zuschauerkulisse auf dem Marktplatz ausgetragen wurde, sondern vor kleinerem Zuschauerkreis im Festzelt an der Westpromenade. Insgesamt 19 Fahnenschwenker zeigten in drei Klassen ihr Pflicht- und Kürprogramm, wobei es in der Pagenklasse mit 13 Startern die größte Konkurrenz gab.

Während die Pagenklasse jeweils eine Minute Pflicht- und Kürprogramm zeigte, waren es in der Jugend- und Damenklasse bereits eineinhalb Minuten. Die Jury bestand aus Heinz Joosten, Diözesanfahnenschwenkermeister und stellvertretender Bundesfahnenschwenkermeister, Gottfried Hensen sowie dem Bezirksfahnenschwenkermeister Thomas Dieken. Bei der Siegerehrung gab es für alle Teilnehmer eine schöne Urkunde mit der Platzierung und für die Sieger Pokale.
In der Jugend- und Damenklasse kehrte Udo Heinrichs mit dem zweiten Platz erfolgreich heim.

Fahneschwenker Bernd Ohlenforst und Sebastian von der Stück bei der Parade


Fahnenschwenker bei der Frühkirmes 1994

Anlässlich des Bezirksschützenfestes am 22. Juni 1997 in Kempen traf sich der Fahnenschwenkernachwuchs zu einem Leistungsvergleich. 16 Fahnenschwenker des Schützenbezirks Heinsberg trugen mit Eifer ihre Darbietungen vor den Augen der Richter und Mitglieder des Bezirksvorstandes vor. Natürlich waren unsere Jungschützen mit von der Partie. Nach rund zweieinhalb Stunden Wettkampf wurden bei der Siegerehrung Plaketten und Pokale überreicht: in der Pagenklasse 1 für Bernd Ohlenforst (7. Platz), in der Pagenklasse 2 für Dirk Wellens (3. Platz) und in der Jugend-/Damenklasse für Udo Heinrichs (2. Platz). Bezirksjungschützenmeister Heinz Dieken erschien am Patronatstag der St. Josef-Schützenbruderschaft im Jahre 2000 im Vereinsheim in Laffeld, um junge Fahnenschwenker mit dem Fahnenschwenkerorden auszuzeichnen für ihren Einsatz. Bereits 1996 erwarb Udo Heinrichs das Fahnenschwenkerabzeichen Stufe 1 in Bronze, dann in Stufe 2 im Jahre 2000 in Silber. Alle Fahnenschwenker der Bruderschaft, sei es, dass sie hier aufgeführt oder auch nicht namentlich erwähnt sind, verdienen für ihre Bereitschaft zur Verschönerung des Laffelder Schützenwesens Lob, Anerkennung und ein herzliches Dankeschön.

Die Fahnenschwenker zeigten nicht nur bei den Aufzügen in Laffeld oder bei Schützenfesten und Jungschützentagen ihr Können, sondern huldigten stets durch ihre Darbietungen dem jeweiligen amtierenden Königspaar. Sie zeigten nach dem Königswalzer im Festzelt zu Ehren des Königspaares und zur Freude der Zeltgäste stets eine sehr schöne Probe ihres Könnens. Applaus der Anwesenden war ihr Dank und motivierte sie zu neuem Tun.

Schwenkfahne der St. Josef Schützenbruderschaft