Vereinsheim

 

Vereinsheim

Bis zur Schaffung eines eigenen Vereins- und Jugendheimes im Jahre 1982 waren die Vereine des Dorfes für Zusammenkünfte und Proben behelfsmäßig untergebracht. So gab es im Keller des neueren Schulgebäudes für den Fußballverein, damals noch "FC Alemannia Laffeld", nur einen Dusch- und Umkleideraum. Die Heizung und Wasserleitung dazu wurden in Eigenleistung erstellt. Der Kirchenchor probte in einem Raum der "alten Schule" an der Maarstraße. Für die Freiw. Feuerwehr Laffeld gab es auf dem Schulgelände nur ein kleines Feuerwehrhaus als Geräteraum. Die Schützen und das Trommler- und Pfeiferkorps nutzten die Gaststätte "Laffelder Hof" und Gaststätte G. Wiedemann als Vereinslokal.

Im Jahre 1978 wurde die Auflösung der Kath. Grundschule Aphoven-Laffeld beschlossen. Nach langjährigen Verhandlungen und Beratungen mit der Stadtverwaltung Heinsberg und der Schulbehörde war die Auflösung unabwendbar. Alle Bemühungen seitens der Eltern, der Schulpflegschaft und der Vertreter der politischen Parteien blieben erfolglos. Wegen der notwendigen Instandsetzung der beiden Schulgebäude in Aphoven und Laffeld und der sinkenden Schülerzahlen scheiterte alles an der Geldfrage. Ab Schuljahr 1978/79 wurden die Grundschulkinder von Aphoven/Laffeld an der Kath. Grundschule Straeten unterrichtet.

Alte Schule Laffeld Baujahr 1911

Während in Aphoven das Schulgebäude und in Laffeld die "alte Schule" erbaut 1911, aber 1980 abgerissen wurden, blieb die "neue Schule" in Laffeld der Bevölkerung als Vereinsheim für die Ortsvereine, für Jugend- und Frauengruppen und Veranstaltungen allgemeiner Art erhalten. Ehe die Nutzung durch die Vereine möglich war, waren Umbaumaßnahmen unter der Leitung des Bauamtes Heinsberg und unter erheblicher finanzieller Beteiligung der Stadt notwendig, die im Jahre 1982 ihren Abschluss fanden.

Das neue Vereinsheim wurde ein Schmuckstück für den Ort Laffeld. Am Samstag, dem 9. Oktober 1982, wurde das neue Vereinsheim in den Räumen der ehemaligen Laffelder Schule eingeweiht und von Pastor Schmitz eingesegnet. 150.000 DM hat die Umgestaltung und Renovierung des Gebäudes gekostet. Dies bestätigte Bürgermeister Otto Knoll, der zu den zahlreichen Gästen zählte. Das Geld sei gut angelegt, meinte er und fügte hinzu: "Wir wissen, was wir an unseren Vereinen haben." Die Vereine seien eine Wurzel der Gemeinschaft, eine Grundlage der Brauchtumspflege. Er erläuterte die Umbaumaßnahmen. Die beiden Klassenräume wurden baulich miteinander verbunden. Im ehemaligen Lehrerzimmer fand die Küche ihren Platz. Drinnen im Gebäude wurden Toiletten eingerichtet, neue Türen eingebaut und vieles mehr.

Vereinsheim (Alte Schule)Laffeld um 1982

Für die Ortsvereine meinte Ortsvorsteher Jakob Schroeder, dass es für den kleinen Ort Laffeld schon eine große Sache sei, nun "ein Dach über dem Kopf zu haben". Er fügte hinzu, dass auch die Vereine rund 10.000 DM in dieses Heim hineingesteckt hätten, um mit dem Umbau einige Akzente zu setzen: eine hervorragende Stereo-Anlage, eine solide Holzdecke, in Eigenleistung angebracht, und vieles mehr. Er betonte, dass die Ortsvereine und viele freiwillige Helfer durch ihre Tatkraft zum Gelingen beigetragen hätten. Er richtete deshalb den Dank nicht nur an die Stadt Heinsberg, sondern auch an alle Laffelder Helfer und Vereine. Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag wurde das neue, gemütliche Vereinsheim auch der Bevölkerung vorgestellt. Der Erlös war für die Lebenshilfe in Oberbruch bestimmt.

Dieses Vereinsheim befand sich in der Nutzung der Vereinigten Vereine. An jedem Wochentag standen die Räume nachmittags bis in den Abend hinein für Aktivitäten zur Verfügung. Einige Beispiele: DRK-Jugend, Tischtennis, Fußballjugend, Jungmädchengruppe, Schützenschießgruppe, Bastelgruppe, Kirchenchor, Trommler- und Pfeiferkorps, Sportverein, Jugendmusikschule Heinsberg (Akkordeonunterricht), Volkshochschule (Nähkursus).

Im Jahre 1992 kam es erneut am Vereinsheim zu einer Baumaßnahme. Es war ein denkwürdiges Jahr für die Angehörigen der Löschgruppe Laffeld der Freiwilligen Feuerwehr Heinsberg. Man freute sich im Besitz eines neuen Feuerwehrgerätehauses zu sein. 1600 Arbeitsstunden waren nötig, um den 55 m2 großen Erweiterungsanbau fertigzustellen. In nur sieben Monaten wurde in eigener Regie eine große Fahrzeughalle mit Abstellkammer und Sanitäreinrichtungen angebaut. Aus dem alten Geräteraum wurde ein neuer Unterrichtsraum, in dem nun von der Löscheinheit eine optimale Ausbildungsarbeit betrieben werden konnte. Glücklich und stolz konnte Löschgruppenführer Hans Schmitz im September 1992 an einem besonderen Festtag, dem Tag der Übergabe, die Schlüssel von Stadtdirektor Josef Offergeld entgegennehmen. Stadtdirektor Offergeld dankte allen Mitwirkenden, die mit der nötigen finanziellen Rückendeckung der Stadt Heinsberg dieses Werk erst ermöglicht hatten.

Die mitwirkenden Feuerwehrmänner hatten ihre Freizeit geopfert, damit dieser Bau am Vereinsheim fertiggestellt werden konnte. Stadtbrandmeister Helmut Küppers lobte die Arbeit der Feuerwehrmänner aus Laffeld. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Christian Plum stellte den Gemeinschaftssinn heraus, den die Wehrleute bei diesem Meisterstück gezeigt haben.

Das Feuerwehrgerätehaus wurde von Pastor Sieberichs eingeweiht und dieser Tag gebührend gefeiert.

Da die Vereine (außer die Schützen für Kirmes) sich für größere Veranstaltungen (z. B. Karneval, Altentag, Vereinsfeste) kein Festzelt mieten konnten und die vorhandenen Räumlichkeiten nicht immer bei Veranstaltungen genügend Platz boten, kam in den 90er-Jahren der Gedanke auf, das Jugend- und Vereinsheim um die Hälfte zu erweitern. Eine Bühne sollte nicht fehlen. Es ist ein Verdienst des damaligen Ortsvorstehers Jakob Schroeder und des Stadtverordneten Oskar Sperling aus Aphoven, dass die Idee realisiert wurde.

Die Stadt Heinsberg erstellte den Bauplan, hatte die Bauaufsicht inne und finanzierte die Baumaterialien. Das Vorhaben musste aber in Eigenleistung umgesetzt werden. Dazu waren die Laffelder bereit. Im Frühjahr 1999 wurde mit dem Anbau begonnen.

Die Giebelwand auf der Südseite wurde allerdings von der Bauunternehmung Johann Speis aus Aphoven fachmännisch geöffnet und für die Erweiterung vorbereitet. Bei dem Bauvorhaben haben folgende Vereine die anfallenden Tätigkeiten übernommen:

S.V.G. (Fußball): Erdarbeiten, Pflasterungen
Schützen: Beton, Mauerwerk, Putz, Estrich
Feuerwehr: Dachstuhl, Dacheindeckung
Trommlercorps: Elektro, Heizung, Sanitär
Kirchenchor: Holzdecken, Anstriche
Frauengemeinschaft: Reinigung

Die Putzarbeiten erledigte die Firma Heinrichs aus Heinsberg. Die Stadt Heinsberg kümmerte sich um die Beschaffung und den Einbau der Fenster und Türen. Die Firma Fiegen aus Braunsrath-Selsten übernahm die Fliesen- und Plattierungsarbeiten. Die Vereinigten Vereine bewiesen viel Einsatz und Gemeinschaftsgeist in hunderten Arbeitsstunden, bis man nach einer Bauzeit von ca. zwei Jahren das Vereinsheim mit einer Bühne für Veranstaltungen und einem Schankraum als schmuckes Dorfzentrum der Bevölkerung präsentieren konnte.

Allen Dorfbewohnern, die zum Gelingen des Werkes durch ihre Mitarbeit beigetragen haben, sei an dieser Stelle nochmals ausdrücklich gedankt. Ihnen gebühren Lob und Anerkennung. Das Vereinsheim ist heute im Dorf der zentrale Ort für das Vereinsleben. Es ist für die Dorfbewohner ein Symbol für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen, wo nun auch problemlos größere Veranstaltungen stattfinden können.

Vereinsheim im Jahre 2006